SAPV - Die Wirksamkeit ist für die Wissenschaft nur schwer messbar

Das Thema der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV) gewinnt für Anbieter auf dem Pflegemarkt zusehends an Bedeutung. Ein berufsgruppenübergreifender Pflegekongress in Dresden hat sich nun mit der Frage beschäftigt, was die SAPV für die schwerkranken Patienten bringt.

Die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung ist ein Angebot, welches sich an unheilbar schwer erkrankte Patienten wendet, die sich mit ihrer Erkrankung bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befinden. Mit der SAPV können diese noch zuhause versorgt werden. Geleistet wird die Versorgung von einem Team aus speziell ausgebildeten Ärzten sowie Pflegefachkräften. Die SAPV ist zudem seit 2007 gesetzlich verankert. Für ambulante Pflegedienste gibt es die Möglichkeit, besondere Versorgungsverträge hierzu abzuschließen.

Die Vorteile der SAPV liegen auf der Hand:

  • Der Hausarzt bleibt auch Hausarzt
  • Es besteht eine Koordination zu Onkologen, Fachärzten, ambulanten Hospizdienst und Krankenhaus
  • 24-Stunden-Rufbereitschaft
  • Hilfsmittel und Medikamente werden ins Haus geliefert
  • Den Patienten kann ein Sicherheitsgefühl vermittelt werden 

Hinsichtlich der Wirksamkeit von SAPV wurden in den Jahren 2009 und 2010 von 400 Patienten die Pflegedokumentationen untersucht. Dabei sollte herausgefunden werden, welche Leistungen konkret durch ein Palliativ-Team erbracht werden. Dabei wurden folgende Ergebnisse erzielt: 

  • SAPV-Leistungen zeichnen sich scheinbar nicht durch besondere Verrichtungen aus – im Gegensatz zur Allgemeinen Ambulanten Palliativversorgung (AAPV)
  • Leistungen wie Koordination, Beratung, Teil- oder Vollversorgung - Begriffe, die auf der SAPV-Verordnung angekreuzt werden können - werden völlig unterschiedlich umgesetzt.
  • Schmerzen sind nicht das Schlimmste für die Betroffenen
  • Schwäche, Appetitlosigkeit und Übelkeit werden als schlimmste Symptome wahrgenommen
  • Angst, Obstipation und Atemnot werden als weitere belastende Symptome genannt 

Die Autorinnen der Studie schlagen zum Beispiel vor, dass verordnungsfähige Diagnosespektrum zu erweitern und als Folge zu vereinheitlichen. Der Hintergrund ist, dass  Patienten, die keine Krebserkrankung vorweisen können, schwerer eine SAPV-Verordnung bekommen. 

Aus Sicht der Redaktion lässt sich aber feststellen, dass es sich lohnt, weiter auf dem Gebiet zu forschen, um den unbestrittenen Nutzen für die betroffenen Patienten weiter heraus zu stellen und die breite Öffentlichkeit dafür zu gewinnen.