PNG – Einigung über Zeitvergütung in Niedersachsen

Im Streit um die Zeitvergütung und die Häusliche Betreuung im Rahmen des PNG hat das kollektive Schiedsfahren von 780 Pflegediensten in Niedersachsen hat die Kostenträger zu einem Kompromiss veranlasst. Die Kostenträger sowie die Trägerverbände einigten sich auf eine Vergütung. Parallel dazu konnte eine Erhöhung um 2,2% des Punktwertes erreicht werden. Die Vereinbarung gilt ab dem 1. September. 

Damit ist Niedersachsen nach Bremen das 2. Bundesland, welches den Kunden ambulanter Pflegedienste ermöglicht, nun tatsächlich zwischen Zeitvergütung und herkömmlichen Leistungskomplexen zu wählen. Die Vergütung ist im Kern wie folgt gestaltet: 

  • 900 Punkte für 1 Stunde Grundpflege
  • 600 Euro für 1 Stunde häusliche Betreuung 

Im Schnitt sind das ca. 38 € pro Stunde für die Pflege sowie ca. 25 € für die häusliche Betreuung. Besser kommen dadurch die kirchlichen Träger sowie die Wohlfahrtsverbände weg, die traditionell höhere Punktwerte als die privaten Anbieter haben. 

Der „Arbeitgeber- und BerufsVerband Privater Pflege e.V“ (AVBP). sieht den Kompromiss zu der Zeitvergütung sehr kritisch. Die ABVP-Argumente sind wie folgt: 

  • Der Kompromiss weicht nur gering vom letzten Kassenangebot vom Januar ab
  • Der Kompromiss führt zu Qualitätseinbußen
  • Es drohen durch den Kompromiss Umsatzeinbußen 

Weiter wundert sich der ABVP, dass der Vergütungsvorschlag der Kassen zur Zeitvergütung aus dem Januar zunächst deutlich abgelehnt wurde – nun aber ein kaum besseres Angebot plötzlich angenommen wird.