Pflegereform soll ein besseres Verständnis für Pflege beinhalten

Das Kuratorium Deutsche Altenhilfe (KDA) fordert eine wirklich umfassende Pflegereform. Diese soll die Situation pflegebedürftiger Menschen grundlegend verbessern, vor allem vor dem Hintergrund zunehmender Pflegebedürftigkeit in der Bevölkerung. Bislang fehlt eine solche Reform, so der KDA-Vorsitzende Jürgen Gohde.

Hierbei rüttelt das KDA an alten Strukturen. Die Pflege vor Ort müsse besser aufgestellt werden und nicht nur von den Pflegekassen, sondern auch von Kommunen und Zivilgesellschaft gesteuert werden. Mit den Inhalten einer möglichen Pflegereform war eine 25-köpfige Kommission beschäftigt. Als Ergebnis wurde vor ein paar Tagen ein Positionspapier zum Thema vorgelegt worden. 

Die Inhalte zu einer möglichen Pflegereform sind wie folgt: 

  • Schnelle Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff
  • Teilhabe älterer Menschen am gesellschaftlichen Leben verbessern
  • Förderung neuer Wohnformen
  • Erhöhung der Bedeutung von Pflege in Kommunen, Infrastruktur und Sozialgesetzen 

Zum letzten Punkt steht die Forderung im Raum, die Pflege im 1. Buch des Sozialgesetzbuches zu verorten.  Insgesamt wünscht sich das KDA ein neues Leitbild für die Pflege, bessere Nutzung von Prävention und Rehabilitation sowie einen Rechtsanspruch auf die Prävention. Zudem sollen pflegebedürftige Menschen in ihrer Häuslichkeit gestärkt werden, um den Pflegeheimeinzug zu verzögern. Die Heime selber sollen sich besser mit ambulanter Pflege und ihren Quartieren verzahnen. Ebenso muss der Fachkräftemangel weiter bekämpft werden und für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege gesorgt werden. 

Finanziert werden soll die Pflegereform mit einer Erhöhung des Beitragssatzes zur Pflegeversicherung von 2,05 auf 2,45 %, für Kinderlose auf 2,7%. Aus Sicht der Redaktion führt kein Weg an einer signifikanten Erhöhung des Beitragssatzes vorbei, um spürbare Verbesserungen in der Pflege zu erreichen.