Pflegenotstand verhilft zu Wissenschaftspreis

Lange schon bekannt und in aller Munde, aber nun haben wir es endlich durch eine Doktorarbeit schriftlich. In Deutschland herrscht der Pflegenotstand! Und nun wurde auch belegt, dass unser Pflegesystem zum Teil sogar die Grundrechte unserer Pflegebedürftigen verletzt. 

Zu verdanken haben wir diese Leistung der Rechtswissenschaftlerin Dr. Susanne Moritz, welche eine von zwei Preisträgerinnen des Wissenschaftspreises der Gesellschaft für Recht und Politik im Gesundheitswesen e.V (GRPG) ist.

In ihrer Doktorarbeit wies Sie folgende Punkte nach, die unser Pflegesystem betreffen: 

  • das deutsche Pflegesystem verletzt in verschiedenen Bereichen die Grundrechte der Pflegebedürftigen
  • der Pflegenotstand ist nicht mit unserem Grundgesetz zu vereinbaren
  • der Pflegezustand der Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Pflegequalität in vielen Pflegeheimen sind zu einem erheblichen Teil mangelhaft
  • die belegbaren Missstände in den Pflegeheimen verletzen zudem die Grundrechte der stationär untergebrachten Pflegebedürftigen
  • aus den Schutzpflichten des Staates ergibt sich eine Zurechenbarkeit der Grundrechtsverletzungen
  • durch Untätigkeit wird diese Pflicht gegenüber den Pflegebedürftigen verletzt
  • nach Ansicht von Moritz  wäre eine aussichtsreiche Möglichkeit, den Pflegemissständen Abhilfe zu schaffen – und zwar durch ein Vorgehen vor dem Bundesverfassungsgericht gegen das gesetzgeberische Unterlassen 

Nach jahrelangen Debatten über eine neue Pflegereform erscheint uns der Handlungsbedarf nun mehr als dringend nach dieser Doktorarbeit, welche an der Uni Regensburg am Lehrstuhl von Prof. Dr. Graser entstand.

Die Auszeichnung findet am 18. Januar 2014 in Dresden statt und wird mit einem Preisgeld von 1.250 Euro gewürdigt. Ziel der GPRG ist es, den interdisziplinären Austausch und die wissenschaftliche Auseinandersetzung auf den verschiedenen Gebieten des Gesundheits- und Sozialrechtes sowie im Bereich der Gesundheits- und Sozialpolitik zu fördern. 

Der Wissenschaftspreis wird regelmäßig ausgeschrieben für herausragende wissenschaftliche Arbeiten -  bevorzugt an Nachwuchswissenschaftler.