Pflege aus Osteuropa –Sparmodell mit Risiken

Für ambulante Dienste ist es ein Ärgernis: Die so genannten 24-Stunden-Kräfte aus Osteuropa graben ein nicht unerhebliches Umsatzpotenzial im SGB XI-Bereich ab. Auf der anderen Seite besteht ein gewisses Verständnis für Patienten und Angehörige: Schließlich ist die pflegerische Versorgung durch ambulante Pflegedienste nicht billig, da die Leistungen der Pflegeversicherung nur eine Teilkaskoversicherung sind. Dennoch äußern sich jetzt Verbraucherschützer kritisch zum Einsatz der osteuropäischen Pflegekräfte. 

Gemessen an den Kosten ist die Versuchung groß, osteuropäische Kräfte anzuheuern. Hier ein Vergleich: Wenn ein Versicherter der Pflegestufe 1 sich jeden morgen aus dem Bett transferieren, sich wachen lässt und einen Toilettengang erhält, kostet ihn das mit Anfahrtspauschale grob 22 Euro (je nach Bundesland schwankend). Bei einem Sachleistungsanspruch von 450 Euro muss er noch über 200 Euro im Monat zuzahlen. Und damit ist nur die morgendliche Versorgung abgedeckt. 

Klar, dass die 24-Stunden-Angebote verlockend klingen. Mittlerweile gibt es viele Agenturen, die solche 24-Stunden-Kräte aus Osteuropa vermitteln. Diese Kräfte sind rund um die Uhr im Haushalt, übernehmen die komplette Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung für den pflegebedürftigen Menschen. Die Kosten sind dabei wesentlich geringer, als die Inanspruchnahme eines ambulanten Pflegedienstes

Die Verbraucherschützer führen allerdings ein paar stichhaltige Gegenargumente ins Feld:

  • Die Kosten von etwa 1500 bis 2500 Euro plus Kost und Logis für die „24-Stunden-Kraft“ müssen privat gestemmt werden.
  • Eine Kraft kann keine 24-Stunden-Abdeckung leisten. Schließlich muss diese auch mal schlafen und hat Wunsch nach Freizeit
  • Ausländische Agenturangebote sind nicht selten illegal 

Und hier liegt die größte Gefahr: Betroffene, die sich über eine solche Agentur osteuropäische Pflegekräfte ins Haus holen, stehen nicht selten schon knietief im Strafgesetzbuch. Strafrechtliche Themen sind hier vor allem die oft fehlende Sozialversicherung der Pflegekräfte und die Tatsache, dass die Agenturen nur 80% ihrer Leistungen im Ausland erbringen dürfen. Privatpersonen können beides nicht kontrollieren – haften aber voll bei Verstößen.