NRW will fixierungsfreie Heime

Die Landesregierung im bevölkerungsreichsten Bundesland, Nordrhein Westfalen, packt das Thema „Freiheitsentziehende Maßnahmen“ (FEM) an. Sie möchte im Zuge der neuen Heimgesetzgebung eine Pflicht verankern, dass die Einrichtungen ein Konzept zur Vermeidung solcher Maßnahmen vorhalten und umsetzen. 

Neue Nachrichten von der Gesundheitsministerin Barbara Steffens

Diese möchte für das kommende Jahr 2014 von allen Alten-und Pflegeheimbetreibern neue Konzepte vorgelegt bekommen. In diesen Konzepten soll es um die „Vermeidung freiheitsentziehender Maßnahmen“ gehen, welche durch ein neues Wohn-und Teilhabegesetz nun zur Pflicht werden sollen. 

In einer Datenbank sollen künftig Freiheitsentziehende Maßnahmen landesweit erfasst werden. 

Erschreckende Fakten begründen die Forderungen: 

  • Nacht für Nacht werden bis zu 400.00 ältere Menschen und auch psychisch Kranke im Bett fixiert.
  • Davon erfolgten 2012 rund 17967 Maßnahmen aufgrund eines richterlichen Beschlusses.
  • Bei Angehörigen entsteht vermehrt der Eindruck, dass die hohe Fixierungszahl auf dem immensen Personalmangel basiert. 

Zu den bekannten Fixierungsarten gehören Fixierungen mit Gurten, anbringen von Bettgittern, als auch Ruhigstellung mit Medikamenten sogenannten Sedativa.

Nichts desto trotz gibt es schon unzählige Beispiele, dass der Heimalltag auch ohne Fixierungen funktionieren kann. Leider schöpfen längst nicht alle Institutionen alle Alternativen aus, und greifen zu schnell zu den Fixierungen, meist ohne Beschluss und triftige Gründen. 

Der Vorstand der Diakonie Rheinland forderte u.a. eine bessere Nutzung von technischer Hilfsmitteln zur Prävention. Wie z.B Protektoren und Helme, die Menschen bei Stürzen aus dem Bett schützen können, oder auch moderne Pflegebetten, die sich bis auf den Boden absenken lassen. So besteht keine Gefahr aus der Höhe aus dem Bett zu stürzen.