Neues Projekt zur besseren ärztlichen Versorgung im Heim

Die medizinische Versorgung von Heimbewohnern wird immer schwieriger. In der Praxis kommt es nur noch selten vor, dass sich der Hausarzt wöchentlich bei seinen Patienten blicken lässt. Mit der "Versorgungslandschaft Pflege", die der Hausärzteverband mit dem Bundesverband Privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) vereinbart hat, soll nun die kontinuierliche und koordinierte hausärztliche Versorgung in Pflegeheimen sichergestellt werden. 

Schon häufiger war die Versorgung von Heimen mit ärztlichen Leistungen Gegenstand politischer Interventionen. Allerdings scheint der rechtliche Rahmen ausreichend zu sein. Im SGB V gibt es den Paragrafen 140 a. Dieser schafft die Möglichkeit, auch Pflegeeinrichtungen in Vertragsmodelle der integrierten Versorgung einzubinden. 

Damit der rechtliche Rahmen aber genutzt werden kann, müssen sich Leistungserbringer und ihre Organisationen selber engagieren. Dies hat nun der hausärzteverband getan und gemeinsam mit dem Trägerverband Bundesverband Privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) die so genannte „Versorgungslandschaft Pflege“ vereinbart. Diese wird nun den Kassen als Vertrag der integrierten Versorgung angeboten. 

Diese Versorgungslandschaft Pflege hat folgende Ziele: 

  • Vermeidung sinnloser Behandlung mit einer Vielzahl an Medikamenten
  • Optimierung der Heil- und Hilfsmittelversorgung
  • Verbesserung von Pflegequalität und Pflegestatus
  • Verbesserung des Zeitmanagements des Heims und der Pflegekräfte 

Die beteiligten Pflegeheime und Hausärzte haben sich auf umfangreiche Pflichten geeinigt. Folgende Punkte wurden festgelegt: 

  • Regelmäßige, mit dem Heim koordinierte Visiten des Hausarztes
  • Dazu auch eine präventive Visite vor dem Wochenende
  • Vereinbarung und Überprüfung individueller Zielwerte mit dem Patienten
  • Gewährleistung der medizinischen Betreuung außerhalb der Sprechstunden
  • Koordination von Prävention, Diagnostik, Therapie und Reha mit dem Hausarzt,
  • vorausplanendes Krisenmanagement,
  • frühzeitige Kontaktaufnahme zu Fachärzten und Kliniken sowie anderen nichtärztlichen Heilberufen;
  • Gemeinsame Fortbildung von Ärzten und Pflegemitarbeitern zu Themen wie Ernährung, Hautpflege, Wundversorgung, Palliativversorgung und Sterbebegleitung. 

Die beteiligten Pflegeheime verpflichten sich ferner, vor allem die an der integrierten Versorgung beteiligten Hausärzte zu kontaktieren. Dazu müssen sie Strukturen schaffen, dass die Untersuchungen der Bewohner in einem geschützten Rahmen erfolgen können. Dazu gehört auch, dass bei den Visiten immer eine Pflegefachkraft anwesend ist.