Neues Projekt betrachtet Zusammenhänge aus Personal- und Bewohnerzusammensetzung sowie Ergebnisqualität in Heimen

Die Herausforderung ist seit Jahren bekannt. Im Gegensatz zu immer komplexeren Pflegesituationen der Heimbewohner aufgrund von Demenz und Multimorbidität steht Arbeitsverdichtung und Fachpersonalmangel. Dies stellt die Pflegeheime vor immer höhere Anforderungen an die knappen Ressourcen. Eine Pilotstudie soll nun die Zusammenhänge zwischen den Variablen „Outcome“ (Ergebnisqualität), „Care-Mix“ (Zusammensetzung des Personals) und „Case-Mix“ (Zusammensetzung der Heimbewohner) aufzeigen und Bewältigungsstrategien für die Zukunft aufzeigen. 

Man geht davon aus, dass das Ineinandergreifen beiden Aspekte „Care-Mix“ und „Case-Mix“ für zukünftige Versorgungssituationen in der Langzeitpflege zentral sind. Nur so kann die Frage beantwortet werden, wie Heime die oben genannten Herausforderungen bewältigen können. 

Ein neues Projekt der Universität Bremen widmet sich diesem Thema. Durchgeführt wird es von Prof. Dr. Stefan Görres, Leiter der Abteilung „Interdisziplinäre Alterns- und Pflegeforschung“. Vorgegengen wird wie folgt: 

  • In vier Bremer Pflegeheimen werden Daten erhoben
  • Diese Daten werden zu ausgewählten, quantifizierbaren Variablen des Care-, Case-Mix und der Ergebnisqualität erhoben 

Ein daraufhin zu entwickelndes, statistisches Modell soll die Zusammenhänge zwischen den Variablen erstmalig abbilden. Damit liefert die Pilotstudie Rückschlüsse auf die Frage, wie die Herausforderungen in der stationären Versorgungssituation in Zukunft bewältigt werden können. 

Das Projekt erfüllt nebenbei noch eine weitere Aufgabe: Bislang gibt es in den Prüfverfahren von MDK und Heimaufsicht keine wirklich brauchbaren Qualitätskriterien, um die Ergebnisqualität valide abzubilden. Das Bremer Forschungsprojekt aber will genau diese Thematik mit aufgreifen und damit einen Beitrag leisten, valide Kriterien bezogen auf messbare Ergebnisqualität zu definieren. 

Das Projekt wird immerhin vom GKV-Spitzenverband gefördert. Mit beteiligte Institutionen sind noch das Kompetenzzentrum für Klinische Studien in Bremen (KKSB) sowie die Hochschule für Gesundheit in Bochum. 

Weitere Informationen finden Sie unter:  http://www.public-health.uni-bremen.de/pages/projekte/projektBeschreibung.php?SPRACHE=de&projektId=184