Neues Hamburger Pflegenetz sucht Ärzte

In Hamburg sollen neue Ärzteteams gebildet werden, welche sich gezielt um die Versorgung der Patienten in Pflegeheimen kümmern. Der Stadtstaat zieht hiermit mit anderen Regionen gleich, die schon ähnliche Projekte aufgesetzt haben. 

Oft haben Heimbewohner keinen eigenen Hausarzt oder sind aufgrund Immobilität nicht in der Lage eine Hausarztpraxis aufzusuchen. Viel zu häufig wird in diesen Fällen gleich der Notarzt ins Heim gerufen, was den Krankenkassen exorbitante Kosten bereitet.

Aus diesem Grunde begrüßte nun Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) die Gründung des Alster-Pflegenetzes, die den noch gesuchten Ärzteteams eine gute wirtschaftliche Basis bieten soll. Konkret bedeutet das, dass die Ärzte besser honoriert werden sollen. 

Den Ärzten, von denen einer palliativmedizinisch ausgebildet sein soll, wird eine Patientenpauschale von 750 Euro pro Jahr geboten. Dafür wird vorausgesetzt, dass zwei Ärzte im Wechsel Rund um die Uhr für die Einrichtung zur Verfügung stehen.

Finanziert und unterstützt wird das Projekt „Alster-Pflegenetz“ bislang von den Betriebskrankenkassen, der Barmer GEK und der Knappschaft. 

Ziele des Projektes sollen sein: 

  • Weniger Klinikeinweisungen
  • Bessere Versorgung der Bewohner von Pflegeheimen
  • Einsparungen für die Krankenkassen
  • Kalkulierbare Bedingungen für die Ärzte
  • Je nach Einrichtungsgröße ein Team von mindestens zwei Ärzten 

Hamburg wäre mit diesem Modell in Deutschland in einer eindeutigen Vorreiterposition. 

Eine Ausnutzung der Rufbereitschaft durch das Pflegepersonal wird hingegen nicht befürchtet, eher auf gute Kommunikation zwischen Pflege und Ärzten gebaut, so KV-Chef Walter Plassmann.