Neues Demenz-Zentrum eröffnete jetzt in Magdeburg

Teilstationäre Wohn- und Versorgungsformen sind auf dem Vormarsch. Da können auch Landesheimgesetze nichts daran ändern, die mit aller Macht die Heimaufsicht in Demenz-WGs drücken wollen. In Magdeburg nun startete vor kurzem eine neue Form der Demenzbetreuung. 

In 13 offenen Wohngruppen sollen den dementen Menschen Zugang zur Außenwelt sowie Normalität und Individualität geboten werden. Die WGs sind im Zentrum der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts untergebracht – und zwar in einem alten Empfangsgebäude des ersten Fernbahnhofes der Stadt von 1840. Gewünscht ist, dass es zu einer Verbindung zwischen den Bewohnern und den Einwohnern der Stadt kommt. 

Das „Demenz-Centrum“ verfügt über 127 Plätze in 89 Zimmern. Die 13 Wohngemeinschaften beherbergen zwischen sieben und 15 Personen. Die einzelnen WGs sind jeweils mit eigener Küche und einem Wohnzimmer versehen. Das Demenz Centrum versteht sich als Anbieter für Menschen mit leichter bis schwerer Demenz. Ferner ist ein Palliativbereich mit angesiedelt. 

Bei der Versorgung der dementen Menschen soll das Normalitätsprinzip gelten. Seelische soll mit somatischer Pflege verbunden sein und somit die Rate der Psychopharmaka-Gabe möglichst gering halten. Der Mensch und nicht die Erkrankung solle im Mittelpunkt stehen, so die Leiterin der Einrichtung. 

Dieser Leitsatz passt auch zu einer Vereinbarung zur wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit der Universität Magdeburg – genau genommen mit dem deutschen Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen (DZNE). Der dortige Leiter verspricht, dass deren präventiven Programme helfen, Frühdiagnostik und Therapie zu unterstützen. Ferner sollen erfolgversprechende Behandlungen auf naturheilkundlicher Basis vermittelt werden. Auch die enge Einbindung der Ehepartner der demenzkranken Menschen soll gefördert werde, so der Leiter des Forschungslabors weiter.