Neue Begutachtungs-Richtlinien in Kraft

Gerade sind die überarbeiteten Begutachtungsrichtlinien für die Feststellung der Pflegebedürftigkeit veröffentlicht worden, die jetzt auch in Kraft treten. Damit sollen sich die ergebenden Änderungen aus dem Pflege-Neuausrichtungsgesetz ab sofort auch in der Begutachtungs- und Einstufungspraxis wiederfinden. 

Wer von Ihren (potenziellen) Kunden Leistungen der sozialen Pflegeversicherung erhalten möchte, wird nach einem entsprechenden Antrag bei seiner Pflegekasse durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) untersucht. Soweit, so gewohnt. Unverändert hat sich der MDK auch an die Begutachtungsrichtlinien zu halten. In diese Begutachtungs-Richtlinien sind jetzt die Änderungen durch die letzte Pflegereform eingearbeitet worden, die im Oktober 2012 bzw. zu Beginn dieses Jahres in Kraft getreten ist. Diese aufgrunddessen modifizierten Begutachtungsrichtlinien gelten seit dem 8. August 2013

Insgesamt soll das Verfahren sämtliche Begutachtungen erleichtern. Insgesamt gibt es im SGB XI über 15 Paragrafen, die die unterschiedlichsten Anspruchsgrundlagen der Versicherten regeln. In der Vergangenheit mussten oft zwei oder mehrere Verfahren herhalten, um sämtliche Ansprüche eines Pflegebedürftigen zu prüfen. Beispielhaft steht dafür zum einen die Einstufung in eine Pflegestufe gemäß § 15 SGB XI auch die parallel verlaufende Untersuchungen, ob Leistungen aufgrund eingeschränkter Alltagskompetenz gemäß § 45a SGB XI gewährt werden können. 

Die neuen Begutachtungsrichtlinien sorgen dafür, dass alle Ansprüche des Versicherten in einem Zuge geprüft werden können. Interessant in diesem Zuge ist auch, dass die Aussagen des MDK zu Rehabilitationsleitungen einen verbindlichen Stellenwert bekommen haben. Stellt der MDK fest, dass solche Leistungen vonnöten sind, entsteht für den Versicherten automatisch ein Leistungsanspruch

Gerade für die Leser unter Ihnen, die (auch) in der ambulanten oder teilstationären Pflege unternehmerisch tätig sind, entsteht hier aber auch ein höherer Beratungsbedarf für Ihre Kunden. Bereiten Sie diese gut auf den Begutachtungstermin vor und begleiten Sie diese nach Möglichkeit.