Mehr Geld in der freien Wohlfahrtspflege

Mehr Geld und eine Bürokratiebremse: Dies ist das Ergebnis eines Schiedsspruchs in Baden-Württemberg, welcher die Vergütung der ambulanten Pflegedienste im Ländle regelt. Was sich oberflächlich gut liest, kann aber negative Folgen haben. 

In einem Schiedsverfahren wurde nun entschieden, dass Pflegedienste und Sozialstationen mehr Geld bekommen sollen. Um rund 3,7% sollen die Leistungen in der häuslichen Krankenpflege rückwirkend zum 01. Januar 2013 angehoben werden. 

Ebenso soll bei der überhand nehmenden Bürokratie die Bremse gezogen werden. Zum Beispiel soll zukünftig für angeforderte Dokumentationsunterlagen von der AOK ein Entgelt gezahlt werden. 

Erleichterung macht sich bei den Vertretern der Wohlfahrtsverbände breit, sorgt diese Entscheidung doch für erhebliche Entlastung im finanziellen Bereich.

Desweiteren sollen die Tarifbindungen noch berücksichtigt werden, die bislang immer noch nicht die gestiegenen Kosten refinanzieren.  Deswegen schrieben auch bis zu 60% der Pflegedienste rote Zahlen. 

Liga und BWKG kritisieren schon seit langem, dass die gestiegenen Anforderungen der ambulanten Pflegedienste nicht anerkannt werden. Erst im Frühjahr 2013 scheiterten die ersten Verhandlungen, weswegen die Schiedsstelle eingerichtet worden war. 

Auch der Bundesverband der privaten Anbieter hat sich mittlerweile an die Schiedsstelle gewendet und um Unterstützung gebeten. Geschäftsführer Bernd Tews hofft jedoch, dass dieser Schritt durch vorheriges Einlenken der AOK unnötig wird. 

Aus Sicht der Redaktion aber birgt vor allem das scheinbar vernünftige Verhalten der AOK bezüglich einer Vergütung für eingesendete Dokumentationsunterlagen eine große Gefahr: Kassen fordern ja Dokumentationsunterlagen nur mit dem Ziel an, um Verordnungen rechtswidrig abzulehnen, um damit dann Kosten auf dem Rücken der Versicherten und der Pflegedienste zu sparen. Lockt die AOK nun noch mit einem Entgelt, könnten Pflegedienste die Unterlagen allzu leichtfertig an die Kassen schicken und damit Verordnungen gefährden.