Mehr Geld für die Pflege: Jetzt sollen die Ärzte zahlen

Auf einer Podiumsdiskussion gab es neulich einen interessanten Zweikampf: Zum einen die Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), Dr. Angelika Prehn und zum anderen die Kontrahentin aus dem Pflegelager, Marie-Luise Müller, ihres Zeichen Ehrenpräsidentin des Deutschen Pflegerates (DPR). Dabei ging es um das liebe Geld. 

Bevor es auf dem Hauptstadtkongress auf dem Podium zur Sache ging, demonstrierten beide Vertreterinnen von Ärzteschaft und Pflege seltene Einigkeit – vor allem bei den Punkten

  • Einführung von Pflegekammern
  • Kooperation von Ärzten und Pflegekräften in der ambulanten Versorgung
  • Nur gemeinsam könne der Mangel an Ärzten und Pflegekräften überbrückt werden 

Doch schon bald wurden erste Duftmarken gesetzt: Pflegevertreterin Müller warf der Ärzteschaft vor, in alten Strukturen zu verharren. Sie forderte in diesem Zusammenhang, endlich das Potenzial delegierbarer und substituierbarer Leistungen zu nutzen. Dr. Prehn seitens der KV argumentierte dagegen, dass ein Arzt für seine Anordnung auch verantwortlich sei. Vielmehr müsse die Verantwortlichkeit für die Wirtschaftlichkeit und mögliche Regresse geklärt sein. 

Da immer mehr Pflege auch immer mehr Geld kostet, muss es irgendwo herkommen. Marie-Luise Müller forderte, dass im Zuge der Umverteilungen von Aufgaben zwischen Ärzten und Pflegekräften auch thematisiert werden müsse, wie viel Geld denn die Haus- und Fachärzte an die Pflege abgeben. 

Da kein weiteres Geld in das System kommt, ist dies keine unberechtigte Frage seitens der Pflegevertreterin. Denn Übernahme von weiteren ärztlichen Aufgaben bedeutet mehr Aufwand für die Pflege – der auch verständlicher Weise honoriert werden muss.