Laut Transparency International ist die Pflege ein Sammelbecken für Korruption und Betrüger

Angeblich werden jedes Jahr in der Pflegebranche Milliarden Euro durch Korruption und Betrug verschleudert. Dies behauptet eine Studie der Antikorruptionsorganisation. Transparency International nennt die aus ihrer Sicht gängigsten Methoden, Pflegebedürftige auszubeuten. 

In der Pflege sind einige Akteure vertreten. So mischen neben den Leistungserbringern auch die Kranken- und Pflegekassen, Sozialämter, Renten- und Unfallversicherungsträger sowie Behörden wie die Heimaufsicht oder die Dokumentationspolizei vom MDK mit. Laut Transparency International gibt es aus diesem Grunde genug Einfallstore für Korruption in der Branche. 

In seiner Studie kritisiert die Organisation, dass es zu wenig Transparenz und Kontrollmöglichkeiten gebe. So könne die Abhängigkeit der pflegebedürftigen Menschen wirtschaftlich ausgenutzt werden. Angeblich können auch durch viele gesetzliche Vorschriften Verantwortlichkeiten der einzelnen Akteure in der Pflegebranche nicht eindeutig zugeordnet werden. 

Die Vorwürfe im Einzelnen:

  • Ärzte von Pflegediensten erhalten Honorare für die Überweisung von Patienten erhielten
  • Pflegedienste verkaufen lukrative Patienten an andere Pflegedienste.
  • Sanitätshäuser spenden an Heimleiter
  • MDK-Gutachter erhalten ein "Kopfgeld", wenn sie bei der Einstufung möglichst restriktiv vorgehen 

Laut Transparency International agieren große Heimbetreiber bundesweit – Behörden aber nur landesweit. So gäbe es zum Beispiel kein Register über Einrichtungen, die gegen Regeln verstoßen. Systematische Vorstöße ließen sich so nicht feststellen. Ferner würden Klagen gegen Heimbetreiber oft mit Gegenanzeigen beantwortet. Solche Verfahren gegen die Betreiber würden dann seitens der Staatsanwaltschaft rasch eingestellt. 

Die Antikorruptionsorganisation fordert ein bundesweites Register über die Verstöße von Heimbetreibern und die Erleichterung von Sanktionen durch die Behörden. Ferner sollten die Behörden „die wirtschaftliche Zuverlässigkeit und fachliche Qualität von Pflegediensten durch regelmäßige unangemeldete Kontrollen sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich" überprüfen. 

Aus Sicht der Redaktion steckt sicherlich hier und da ein Funken Wahrheit in der Studie – zumindest, was die oft halbseidenen Methoden einiger Altenheimketten angeht. Aber hier entsteht aus unserer Sicht ein Generalverdacht. Geäußert von Personen, die offenkundig keine Ahnung von dem haben, was sie untersucht haben. Denn entgegen der Aussagen von Transparency International

  • Gibt es unangemeldete Prüfungen durch die Heimaufsicht
  • Gibt es (per Gesetz festgeschrieben) unangemeldete MDK-Prüfungen im stationären Bereich sowie erst einen Tag vorher angekündigte Prüfungen im ambulanten Bereich
  • Gibt es beim MDK regional übergreifende Audits und somit eine Kommunikationsstruktur ber die Landesgrenzen hinaus
  • Gibt das Heimrecht eine ganze Fülle von Konsequenzen gegen Verstöße vor 

Missstände müssen immer offen gelegt werden, aber eine ganze Branche darf nicht verunglimpft werden!