Kliniken werden in Altenheime umgewandelt

Neues von den Koalitionsverhandlungen in Berlin: Die drei Parteienberaten über den Umbau der Kliniklandschaft. Kliniken, die nicht mehr benötigt werden, sollen zu Pflegheimen oder medizinischen Versorgungszentren (MVZ) umgewandelt werden. Bedrohte Kliniken im ländlichen Bereich dürfen zudem auf Gelder aus einem Fördertopf spekulieren. 

Der Hintergrund ist folgender: Insgesamt gibt es in Deutschland rund 2000 Kliniken. Davon sind mittlerweile viele Häuser insolvenzgefährdet. Abhilfe soll nun ein 500 Millionen schwerer Fonds schaffen, der den Strukturwandel in der Kliniklandschaft vorantreiben soll. Zum Beispiel sollen Kliniken in Altenpflegeheime umgewandelt werden. 

Die Arbeitsgruppe Gesundheit hat im Rahmen der Koalitionsverhandlungen dieses Vorhaben angekündigt. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe sind sich einig, dass von Insolvenz bedrohte Kliniken nicht einfach geschlossen werden können – schließlich bedarf es Vor Ort für die Beschäftigten hinsichtlich möglicher Arbeitsplätze eine Perspektive. 

Der Unions-Verhandlungsführer Jens Spahn ist der Auffassung, dass es aber in dünn besiedelten Gegenden einen so genannten Sicherstellungszuschlag geben solle. Schließlich müssen Krankenhäuser gut erreichbar und sicher sein. Generell aber soll das verbleibende Klinikangebot besser am Bedarf der Patienten ausgerichtet werden. 

Ob dies der große Wurf ist, um Klinikleistungen zu optimieren und Mittel gezielter einzusetzen, dürfte offen bleiben. Zudem konterkariert das Vorhaben, Kliniken in Altenheime umzuwandeln, zum Beispiel die Bemühungen in Nordrhein-Westfalen, kaum noch weitere stationäre Pflegeplätze zu schaffen und vielmehr ambulante und teilstationäre Wohnformen zu fördern.