Innovative Konzepte zur Arzneisicherheit in Pflegeheimen prämiert

Beim NRW-Gesundheitspreis wurden erneut interessante und innovative Konzepte ausgezeichnet. Hierzu zählt auch die Verbesserung der Arzneimittelsicherheit in Heimen – so zum Beispiel die Einbindung von Hausärzten oder die Durchführung geriatrischer Schulungen. 

Ein Forschungsprojet des Lehrstuhls für „klinische Pharmakologie“ der Universität Witten-Herdecke befasste sich jüngst mit der Thematik der Arzneimittelsicherheit in der stationären Altenpflege. Demnach lässt sich diese Arzneimittelsicherheit mit diesen Maßnahmen erhöhen: 

  • Geriatrische Schulungen für die Pflegekräfte
  • Fortbildungen für Hausärzte
  • Hilfsmittel zur Therapiebeobachtung
  • Bessere Kommunikation aller am Prozess Beteiligten 

Die effektive Einbindung der Hausärzte ist der Schlüssel, um so genannte „unerwünschte Arzneimittelergebnisse“ zu vermeiden. Auch dies zeigte das Forschungsprojekt der Uni Witten/Herdecke. Der Mühen Lohn war jetzt der erste Platz beim Gesundheitspreis des Landes Nordrhein-Westfalen. Der Sieg wurde immerhin mit 5.000 € dotiert. Die Wissenschaftler konnten sich gegen 47 andere Institutionen durchsetzen. 

In dem Projekt zur Arzneimittelsicherheit wurde die Arzneimittelversorgung in 11 Heimen untersucht. Hierbei wurden im Einzelnen die Versorgungen bei fast 800 Bewohnern betrachtet. Folgende Ergebnisse ergaben die Untersuchungen: 

  • Insgesamt gab es 102 „unerwünschte Ereignisse“
  • Davon wurden zwei Drittel als mild / moderat eingestuft
  • Ein Drittel wurde als schwerwiegend oder lebensbedrohlich eingestuft
  • 2 von 3 Ereignissen wurde als vermeidbar eingeschätzt
  • jedes dritte Ereignis wurde als unvermeidbar oder nicht beurteilbar eingestuft 

Im Schatten dieses Erfolges blieb dabei zum Beispiel der respektable geteilte dritte Platz einer kleinen Kölner Stadtteilapotheke und die Geriatrie des Prosper-Hospitals in Recklinghausen: Die Kölner wurden für die Idee ausgezeichnet, die Arzneimitteletiketten für türkische Mitbürger in ihrer Muttersprache auszuzeichnen. Dies erhöht die richtige Anwendung. Im nördlichen Ruhrgebiet dagegen wurde ein funktionierendes interprofessionelles Medikamentenmanagement ausgezeichnet. 

Aus Sicht der Redaktion sind die Auszeichnungen ein richtiges Signal: Dieses an sich wichtige Thema wird in der Fachöffentlichkeit bislang nicht hinreichend gewürdigt – ist doch das Thema Medikamentenmanagement ein Hochrisikoprozess im Pflegeheim.