In Hessen gibt es jetzt einen Leistungskomplex für die ambulante häusliche Betreuung

Im Rahmen des Pflege-Neuausrichtungsgesetzes wurde der § 124 im SGB XI geschaffen. Dieser Paragraf regelt die Anspruchsgrundlage für Versicherte zur häuslichen Betreuung. In Thüringen und Schleswig-Holstein hat ein entsprechender Leistungskomplex bereits seinen Weg in das Vergütungssystem der häuslichen Pflege gefunden. Hessen zieht nun nach. 

Der hessische Landesverband der Bundesarbeitsgemeinschaft Hauskrankenpflege (BAH) hat mitgeteilt, dass es noch in diesem Jahr in Hessen Betreuungsleistungen nach § 124 SGB XI geben soll. Mehrere private Trägerverbände hätten hierzu Verhandlungsergebnisse erzielt. Die Vereinbarungen zur Zeitvergütungen stehen allerdings noch aus. 

Unabhängig davon konnten für die BAH-Mitglieder Punktwerterhöhungen durchgesetzt werden. Diese sind im Einzelnen: 

  • Ab dem 1.November für eine Laufzeit von 14 Monaten 2,9 Prozent für die Grundpflege
  • Sogar 5 Prozent für die Hauswirtschaft 

Eine Besonderheit ist, dass die neue Leistung „häusliche Betreuung“ auch außerhalb des Haushaltes erbracht werden kann. So können über diesen Leistungskomplex auch Spaziergänge oder Besuche bei Verwandten abgerechnet werden. Die Punktwerte sind folgende: 

  • Die häusliche Leistung "häusliche Betreuung" wird in Taktung von 100 Punkten pro 10 Minuten abgerechnet.
  • Der Basiswert beträgt 300 Punkte - also 30 Minuten, sofern ein Pflegeeinsatz ausschließlich wegen häuslicher Betreuung erforderlich ist. 

Hierfür wurde in Hessen allerdings ein dritter Punktwert eingeführt, der sich zwischen dem Punktwert für Pflege und dem Wert für Hauswirtschaft einpendelt. Der Stundenpreis für die Betreuung wird so zwischen 22,56 und 24,96 € liegen. Im Gegenzug zu dem aus Sicht der Redaktion kümmerlichen Stundensatz wird keine Basisqualifikation der Betreuungskräfte verlangt.