Höhere Honorare locken Ärzte ins Heim

Neulich hatten wir über eine Initiative in Essen berichte, die zur besseren ärztlichen Versorgung von Heimbewohnern führen soll. In Baden-Württemberg verfolgen die Barmer GEK und die KV Baden-Württemberg ähnliche Ziele. Und ziehen nach einem Jahr Projektlaufzeit ein positives Fazit. 

Die wichtigste Nachricht dabei ist, dass die ärztliche Versorgung von Heimbewohnern intensiviert wurde. Möglich wurde dies durch zusätzliche Honoraranreize für die Hausärzte. Diese wurde in einem so genannten Pflegeheimvertrag zwischen der Barmer GEK und der KV Baden-Württemberg festgelegt. Der Vertrag soll dafür sorgen, dass Pflegeheime und Arztpraxen besser vernetzt sind. 

Eckpunkte des Vertrages sind: 

  • Die Hausärzte suchen mindestens einmal im Quartal die Versicherten der Barmer GEK im Heim auf
  • Die Hausärzte koordinieren dabei die fachärztliche Versorgung
  • Es kann eine Aufwandspauschale von 25 Euro abgerechnet werden
  • Ein SPK-Wechsel bringt 20 Euro Vergütung 

Angenommen, ein Hausarzt hat 10 Patienten , die bei der GEK versichert sind, in einem Heim und zieht seine Visite in ca. 3 Stunden durch, bleibt im ein Stundensatz von 80 €. Und für jeden SPK kommen noch einmal 20 Euro obendrauf. 

Interessant in dem Vertragswerk ist auch die Tatsache, dass Fachärzte für Urologie sowie für Dermatologie auf Überweisung des eingeschriebenen Hausarztes bestimmte Leistungen nach dem Vertrag erbringen und abrechnen können. Diese Fachärzte müssen aber nicht selber Vertragspartner sein.   

Noch erstaunlicher ist, dass es bei der Barmer GEK offensichtlich menschelt: Laut der Kasse darf es nicht sein, dass Heimbewohner unter Budgetierung oder einer geringen Ärztedichte leiden müssen. Wenn die Barmer das wirklich ernst meint, bleibt aus Sicht der Redaktion nur zu hoffen, dass sich diese menschlichen Züge auch mal auf andere Kassen übertragen.