Folgen des Fachkräftemangels: Aufnahmestopps in Thüringer Pflegeheimen

Der flächendeckende Fachkräftemangel in der Altenpflege setzt den Einrichtungen immer mehr zu. Aufgrund fehlender Fachkräfte können einige Thüringer Pflegeheime zeitweise schon keine neuen Bewohner mehr aufnehmen. Es geht so weit, dass wegen der nicht erfüllten Fachkraftquote Belegungsstopps verhängt werden mussten. 

Uwe Koch, der Leiter der Thüringer Heimaufsicht, berichtet, dass in den vergangenen 2 Jahren in 11 Einrichtungen ein Aufnahmestopp verhängt wurde. Bei über 400 Einrichtungen in dem Bundesland mag diese Zahl zunächst niemanden erschrecken. Schließlich könnten ja die übrigen Einrichtungen immer noch für eine flächendeckende Versorgung bereitstehen. 

Die Heimpersonalverordnung schreibt vor, dass mindestens 50 % der Belegschaft Pflegefachkräfte sein müssen. Aufgrund des Fachkräftemangels aber haben die Einrichtungen erhebliche Probleme, vakante Stellen zu besetzen. Nicht selten ist es in Thüringen der Fall, dass die Einrichtungen erst nach einem Jahr eine freie Stelle mit einem adäquaten Bewerber besetzen können. In anderen Bundesländern ist diese Problematik ähnlich. 

Neu ist allerdings, dass aufgrund des Personalmangels die Ordnungsbehörden gezwungen sind, Heime zu sanktionieren, die die Fachkraftquote schlichtweg nicht erfüllen können – obwohl sie es händeringend versuchen. Was in Thüringen passiert, ist zweifellos eine neue Qualität der Folgen des Fachkräftemangels. 

Der MDR recherchierte zum Thema, dass einzelne Heime mittlerweile Fachkräfte mit folgenden Anreizen locken: 

  • Antrittsprämien von bis zu 2.000 €
  • Privatnutzung von Dienstwagen
  • Gewährung von Benzingeld 

Nach Angaben der Landesarbeitsagentur in Thüringen gibt es 272 offene Stellen, aber nur 8 Bewerber.