Etliche Pflegeleitlinien und Standards im Qualitätscheck

Eine professionelle Pflege kommt ohne Standards/Richtlinien/Leitlinien nicht mehr aus. Schließlich bilden diese das gewollte und gelieferte Qualitätsniveau von Pflegeeinrichtungen ab. Schließlich liefern Standards gebündeltes Wissen. Im deutschsprachigen Raum allerdings gibt es im Vergleich zur Medizin nur wenige pflegerische Standards/Leitlinien/Richtlinien. 

Die Stiftung „Zentrum für Qualität in der Pflege“ (ZQP) hat im Auftrage der Universität Witten-Herdecke – Abteilung Pflegewissenschaften – eine Übersicht erstellt, wobei alle verfügbaren Standards/Leitlinien/Richtlinien aufgelistet und methodisch bewertet wurden. Dabei kam Folgendes raus: 

  • Insgesamt konnten 575 Standards und Leitlinien identifiziert werden
  • 21 davon sind mit überregionaler Bedeutung 

Diese 21 Dokumente erfüllen sogar teilweise die international anerkannten Qualitätskriterien für Leitlinien. Damit aber Standards/Leitlinien in der Pflege eine breite Anwendung finden, sind diese Bedingungen zu erfüllen: 

  • Einreichen konkreterer Vorschläge für eine Implementierung
  • Interdisziplinäre Erarbeitung
  • Einhalten der Patienten- bzw. Bewohnerperspektive 

Gerade der letzte Punkt ist aus der Sicht des ZQP notwendig, damit Qualität nicht über die Köpfe der betroffenen Patienten bzw. Bewohner verordnet wird. 

Ein weiteres Ergebnis war erstaunlich: Unter den untersuchten Standards / Leitlinien war kein Dokument aus der Schweiz. Und das, obwohl die Schweiz in der Pflege- und Gesundheitsbranche einen sehr guten Ruf genießt – vor allem was die Qualitätsarbeit betrifft. 

Zusätzlich zu der Studie hat das ZQP noch einen Workshop für Experten unterschiedlicher Fachrichtungen veranstaltet. Die Workshop-Ergebnisse untermauerten die Resultate der ZQP-Studie: Vernünftige Standards müssen sich durch Beteiligung der betroffenen Pflegekunden, durch einen Wirksamkeitsnachweis und einen nachweislichen Wissenstransfer auszeichnen.