Endlich höhere SGB V-Vergütung in Mecklenburg-Vorpommern

Das wurde auch Zeit: Jetzt werden in drei Stufen die Vergütungssätze für die häusliche Krankenpflege in Mecklenburg-Vorpommern angehoben. Noch 2012 hatte es quälende Auseinandersetzungen zwischen Leistungsanbietern und Kassen gegeben. 

Die Liga der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege sowie die AOK Nordost, IKK Nord, BKK-LV NORDWEST, Knappschaft und die Landwirtschaftliche Krankenkasse haben sich auf eine deutliche Erhöhung der Vergütungssätze geeinigt. Die Vereinbarung sieht für etwa 200 Pflegedienste Folgendes vor: 

  • Seit Oktober einen Anstieg um 4%
  • Ab Januar ein weiterer Anstieg um 1,3%
  • Im Jahr 2015 einen Anstieg in Höhe der Grundlohnsumme 

Der letzte Punkt ist an die Zahlung von Mindestgehältern für die Beschäftigten gekoppelt. Die Mindestgehälter in Mecklenburg-Vorpommern orientieren sich an den Lohnuntergrenzen verschiedener in dem Bundesland üblicher Tarifrichtlinien. Spannend wird es dann auch, sollte die SPD in den Koalitionsverhandlungen den flächendeckenden Mindestlohn von 8,50 € für Ost und West durchsetzen sollte. 

Der AOK-Vorstandschef Frank Michalak feiert den längst überfälligen Abschluss überschwänglich. Aus seiner Sicht erfahren die Pflegekräfte eine Anerkennung ihrer Arbeit. Darüber hinaus böte der Abschluss für die Pflegeanbieter eine wirtschaftliche und leistungsgerechte Vergütung. 

Nach dem Kampf um die Vergütung im letzten Jahr hatte man sich auf eine Grundlage für künftige Verhandlungen geeinigt. Dies soll ein pflegewissenschaftliches Gutachten sein. Dieses Gutachten steht aber noch aus – laut Leistungsanbietern und Kostenträgern soll daran aber weiter gearbeitet werden.