Ein Gegenvorschlag zu Pflegenoten steht im Raum

Die Kritik an den MDK-Pflegenoten reißt nicht ab. Das wird sich wohl auch nach der Reform der Pflegenoten nicht ändern, deren Einzelheiten bald bekannt gegeben werden (wir berichteten). Der Diözesencaritasverband aus Münster erprobt nun ein alternatives Messverfahren, welches sich stärker an der Ergebnisqualität orientiert. 

Das Messverfahren konzentriert sich zunächst auf den stationären Bereich. Statt mit Schulnoten wird in dem Messverfahren „Ergebnisqualität Münster – EQ-MS“ mit Kennzahlen gearbeitet. 

Das Projekt basiert auf den „Instrumenten zur Beurteilung der Ergebnisqualität in der stationären Altenhilfe“. Diese wurden bereits im Auftrage des Bundesgesundheits- und Bundesfamilienministerium entwickelt und erprobt. Die daraus gewonnenen Kennzahlen sollen eine realistische Darstellung der Versorgungssituation abbilden. 

An dem Projekt beteiligen sich insgesamt 65 Altenheime. Diese gehören nicht nur zur Caritas, sondern mittlerweile auch zu anderen Trägern. Das Messverfahren weist folgende Eckdaten auf: 

  • Alle 6 Monate wird bei den einzelnen Bewohnern die Pflege- und Versorgungsqualität mit Hilfe eines Indikatoren-Sets erhoben
  • Diese Indikatoren erfassen z.B den erhalt und die Förderung der Selbständigkeit der Bewohner sowie den Schutz vor gesundheitlichen Schädigungen
  • Einmal pro Jahr werden die Heimbewohner durch Bewohner anderer Einrichtungen befragt.
  • Einmal pro Jahr werden die Teilnahme an Aktivitäten in der Einrichtung erfasst
  • Einmal pro Jahr gibt es eine schriftliche Angehörigenbefragung 

Mittlerweile werden Qualitätsberichte erstellt. Gefüttert werden diese mit Datensätzen von mittlerweile 6000 Heimbewohnern. EQ-MS zielt also vielmehr auf Inhalte und Resultate der Pflege ab. Die gewonnenen Ergebnisse können auch für die Personalentwicklung in den Einrichtungen genutzt werden. Das Projekt kommt also nicht nur den Heimbewohnern zugute sondern auch den Mitarbeitern der beteiligten Einrichtungen.