Deutsche Pflegeheime stehen gut da

Erfreuliche Nachrichten aus der stationären Branche: Der aktuelle Pflegeheim-Report weist aus, dass die wirtschaftliche Lage deutscher Pflegeheime als gut einzuschätzen ist. Der Report zeigt auch deutliche Unterschiede zwischen Stadt und Land auf. 

Dies zeigt sich vor allem bei den durchschnittlichen Heimkosten für die Bewohner. In städtischen Regionen liegen sie im Schnitt bei gut 96 Euro täglich, auf dem Land bei etwas unter 83 Euro. Damit stellt sich die reine Umsatzsituation für Einrichtungen im städtischen Bereich als besser dar. 

Die wichtigsten Zahlen im Überblick: 

  • Fast 6 von 10 Heimen erwirtschaften einen Überschuss
  • Ein ausgeglichenes Ergebnis schaffen noch knapp ein Drittel der Einrichtungen 

Demgegenüber ist statistisch gut 1 von 10 Heimen defizitär. Die Insolvenzquote liegt sogar nur bei 0,85 %. 

Ein Grund für die Verbesserung ist aus Sicht der Autoren der Studie die gestiegene Auslastung der Heime. Ferner ist die stationäre Pflege scheinbar weiter auf dem Vormarsch: Zwischen 1991 bis 2011 ist der Marktanteil privater stationärer Einrichtungen von 16 auf 37 % gestiegen. Gegen die privaten Träger haben die öffentlich-rechtlichen Träger an Boden verloren: Der Anteil an den gesamten Heimplätzen sank in 20 Jahren von fast 30 % auf nur noch 6 %. 

Über 1.800 Heime wurden vom Beratungsunternehmen Accenture, dem Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) sowie dem Institute for Health Care Business (hcb) untersucht. In die Analyse wurden ferner 486 Jahresabschlüsse von 2010 und 2011 untersucht.  Genutzt wurden auch die Daten des Statistischen Bundesamts aller rund 12.400 Pflegeheime. Der "Pflegeheim Rating Report“ ist zum vierten Mal erschienen. 

Bleibt nun zu hoffen, dass die Pflegekassen diese Zahlen nicht zum Anlass nehmen, Vergütungssätze nicht zu erhöhen oder gar zu drücken. Die Praxis zeigt, dass Einrichtungen, die sich an die Gesetze halten, es durchaus schwer haben, überhaupt gewinnbringend zu arbeiten.