Bundesgesundheitsministerium gibt subcutane Infusion als Kassenleistung frei

Vor ein paar Monaten hatten wir bereits darüber berichtet: Der Weg ist für ambulante Dienste frei, künftig auch die Erbringung ärztlich verordneter subcutaner Infusionen abzurechnen. 

Seinerzeit hatte der Gemeinsame Bundesausschuss bereits diese Erweiterung des HKP-Leistungskataloges beschlossen. Dieser wurde jetzt auch vom Bundesgesundheitsministerium bestätigt. Damit können Ärzte jetzt subcutane Infusionen zu Lasten der Krankenkassen verordnen. 

Der Geschäftsführer des Bundesverbandes privater sozialer Dienste (bpa) freut sich über diese Entscheidung. Aus seiner Sicht werden dadurch unnötige Krankenhauseinweisungen vermieden, weil diese Infusionen problemlos von Pflegefachkräften gelegt werden können. 

Gerade Pflegekunden, die massiv dehydrationsgefährdet sind, profitieren von der Neuregelung. Wer bislang eine subcutane Infusion benötigt hat, hätte sich diese selber legen müssen oder einen ambulanten Pflegedienst dafür privat bezahlen müssen. Jetzt steht jedem Versicherten diese Leistung zu. Schlimmstenfalls kommen nur die Kosten einer Zuzahlung auf Ihren Pflegekunden zu.

Die Vergütung sowie die Voraussetzungen für die Leistungserbringung werden in den Bundesländern unterschiedlich sein. In manchen Ländern wird die Leistungserbringung nur durch 3-jährig examinierte Fachkräfte möglich sein – in andere Ländern könnten unter Umständen auch Arzthelferinnen und Krankenpflegehelfer (innen) hierzu befugt sein. 

Aus Sicht der Redaktion sollten die Trägerverbände bei den Vergütungsverhandlungen darauf achten, dass es mit dem bloßen Legen der Infusion nicht getan ist. Schließlich umfasst die Leistung das Legen, Anhängen, Wechseln sowie das abschließende Entfernen der Infusion. Ferner zählen auch die Kontrolle der Laufgeschwindigkeit und der Füllmenge sowie die Überprüfung der Injektionsstelle auf Zeichen einer Ödembildung, Schwellung oder Rötung zu der Leistung.

Achtung: Auf der Verordnung müssen der Infusionstyp, die Menge und die Dauer der Infusion angegeben werden. Maximal sieben Tage Infusionsgabe sind abrechnungsfähig.