Bessere Kooperation: Krankenpfleger und Altenpfleger tauschen Arbeitsplatz

Von der Klinik direkt in die Pflegeeinrichtung: Anstatt wieder in die eigene Häuslichkeit entlassen zu werden, finden sich viele Patienten stattdessen im Pflegeheim wieder. Das Universitätsklinikum Jena (UKJ) hat daher ein Pflege-Hospitationsprogramm ins Leben gerufen. Dabei können Pflegende aus der Klinik und von regionalen Pflegeanbietern für bis zu zehn Tage den Arbeitsplatz tauschen. 

Das so genannte Pflege-Hospitationsprogramm ging im November 2012 an den Start. Die Pflegedirektorin am Thüringer Universitätsklinikum verspricht sich davon, dass Abläufe bei der Patienteneinweisung und –entlassung verbessert werden. Darüber hinaus erhofft sie sich eine bessere Verzahnung der Pflegeprozesse. Und nach vier Monaten kann festgestellt werden, dass das Interesse an dem Programm groß ist. 

Beteiligte an dem Austauschprogramm sind neben den Initiatoren des Uni-Klinikum Jena auch

  • der DRK-Kreisverband Jena-Eisenberg-Stadtroda
  • die Diakonie Ostthüringen
  • die Pflegeheime der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Jena-Weimar 

Kernstück des Austausches ist es, dass einerseits Pflegende der genannten beteiligten Organisationen für bis zu zehn Tage die Arbeit auf den Stationen des UKJ kennenlernen können. Andererseits können Krankenpfleger des Uniklinikums für einige Tage die Aufgaben in einem Pflegeheim der drei Kooperationspartner übernehmen. 

 

Der Koordinator dieser Hospitationen, Dr. Gittler-Hebestreit, skizziert das Ziel der Kooperation. Er strebt an, dass die Überleitung in Verbindung mit einem umfassenden und zügigen Informationsaustausch für die jährlich rund 1000 verlegten Patienten verbessert wird. 

Auch Frank Albrecht, Geschäftsführer der AWO Jena-Weimar, sieht das Projekt sehr positiv: Aus seiner Sicht können sich die Mitarbeiter nun besser in die Prozesse der jeweils anderen Einrichtung hineindenken. Beachtlich auch, dass beim Personal de AWO ein großes Interesse an dem Hospitationsprogramm vorherrscht. Ähnlich positiv fällt die Bilanz der Diakonie und des DRK aus. 

Am Ende einer jeden Hospitation steht ein gemeinsames Auswertungsgespräch: „Dadurch können wir viele Hinweise aufnehmen und die Versorgungsqualität weiter verbessern“, so Projektkoordinator Norbert Gittler-Hebestreit. Im Sommer wird das Hospitationsprogramm zunächst evaluiert. Der UKJ-Gesundheitsmanager ist aber bereits jetzt überzeugt: „Das Programm wird sicher fortgesetzt.“