Bei der Kündigung immer Originalschreiben übergeben

Der Zugang einer schriftlichen Kündigung unter Anwesenden ist nur bei Übergabe des Originalschreibens möglich. Wenn Sie also einem Mitarbeiter kündigen wollen, reicht es nicht aus, dass Sie ihm die Kündigung vorlegen und vorlesen und ihm dann eine Kopie des Kündigungsschreibens mitgeben. Dies erfüllt nicht den schriftlichen Zugang der Kündigung im Sinne des § 4 Abs. 1 Satz 1 KSchG
 
Der Zugang einer schriftlichen Kündigung gemäß § 623 BGB erfolgt unter Anwesenden nur dann, wenn dem zu kündigenden Arbeitnehmer die Möglichkeit eingeräumt wird, das originale Kündigungsschreiben an sich zu nehmen und darüber im Sinne einer Mitnahme zu verfügen. Diese grundsätzliche Entscheidung traf das Landesarbeitsgericht Köln im März diesen Jahres (Az. 2 Sa 997/12)
 
Vorausgegangen ist folgender Fall: Ein Arbeitgeber wollte einem seiner Mitarbeiter kündigen. Er fertigte eine Kündigungsschreiben an, welches den Anforderungen des § 623 BGB entspricht. Der Arbeitgeber legte dann dem zu kündigenden Arbeitnehmer die Kündigung vor – weigerte sich aber, diesem das Original auszuhändigen. Der Arbeitnehmer sollte nur ein Kopie des Kündigungsschreibens mitnehmen können.
 
Erstinstanzlich entschied das Arbeitsgericht, dass die Kündigung damit dem Arbeitnehmer zugegangen ist. Eine nach der 3-Wochen-Frist eingegangene Kündigungsschutzklage wurde abgewiesen.
 
Achten Sie also bei der Kündigung von Mitarbeitern auf alle formalen Voraussetzungen, damit es kein böses Erwachen gibt. Dennoch sei der Vollständigkeit halber erwähnt, dass das Landesarbeitsgericht Köln die Revision zugelassen hat und diese zurzeit beim Zweiten Senat des BAG unter dem Aktenzeichen 2 AZR 561/13 anhängig ist.