Ausländische Fachkräfte sollen ein geringeres Sprachniveau mitbringen

Trotz erhöhter Marketingaktivitäten für die Attraktivität des Pflegeberufes: Der Pflegenotstand bleibt und wird sich wohl auch noch verschärfen. Auf dem BGF-Gesundheitsforum in München wurde deutlich, dass Deutschland weiter auf ausländische Fachkräfte angewiesen ist. Neu ist, dass nun das Sprachniveau für diese Kräfte gesenkt werden soll. 

Auf dem Gesundheitsforum wurden die üblichen Argumente gebracht, um den Pflegeberuf attraktiver zu machen:

  • Besseres Image
  • Mehr Geld
  • Stärkere Werbung für die Ausbildung bei Schulabgängern 

Immerhin wurde neben diesen altbekannten Thesen zur Beseitigung des Pflegenotstandes seitens des bayerischen Staatsministers für Umwelt und Gesundheit, Dr. Huber, angemerkt, dass Mehrkosten für den Pflegebereich aufgrund einer höheren Entlohnung durch die Gesellschaft getragen werden müsste. 

Unabhängig davon führt auch kurzfristig kein Weg an der Anwerbung ausländischer Fachkräfte vorbei. Aufgrund dieser Notlage besteht die Bereitschaft, die Anforderungen für das Sprachniveau ausländischer Bewerber abzusenken. So soll die bislang geltende Grenze B 2 (beinhaltet die Fähigkeit, die Hauptinhalte von konkreten und abstrakten Themen zu verfolgen) auf B 1 (es kann das Wichtigste verstanden werden, wenn einfache Sprache verwendet wird und es um vertraute Themen geht) abgesenkt werden. Diese Forderung vertritt auch der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa). Stattdessen die Spracheingangshürde bei B 2 zu belassen, sollten Bewerber mit B 1 einsteigen können mit der Maßgabe, das Sprachniveau B 2 berufsbegleitend zu erwerben. 

Hinsichtlich der Akademisierung der Pflegeberufe gab es auf der Veranstaltung zwei unterschiedliche Meinungen: Gegen die Akademisierung sprach sich beispielsweise der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister aus. Er ist dafür, Quereinstige zu erleichtern – vor allem für Personen, die bereits im privaten Umfeld hilfsbedürftige Menschen versorgt haben. Ferner plädiert er für eine berufsbegleitende Ausbildung in Teilzeit – wir berichteten bereits über solche Projekte. 

Auch die Einführung einer Interessenvertretung wie eine Pflegekammer fand auf der Tagung Anklang. 

Aus Sicht der Redaktion wurden viele altbekannte Thesen wiederholt. Neu ist allerdings die Forderung nach dem Absenken des Sprachniveaus, was eine neue Qualität in die Diskussion rund um ausländische Fachkräfte bringt.