650.000 Demenzkranke profitieren von PNG-Leistungen

Jüngst berichteten wir von einer Umfrage bei ambulanten Pflegediensten in Nordrhein-Westfalen, ob dank der verbesserten Leistungen für Demenzkranke im Zuge des Pflege-Neuausrichtungsgesetzes mehr Kunden kommen. Das Ergebnis fiel eher ernüchternd aus – vor allem vor dem Hintergrund, dass etwa 650.000 demenzkranke Menschen von den PNG-Leistungen profitieren, wie neueste Zahlen aussagen. 

Von den 650.000 sind 140.000 Demenzkranke der Stufe 0, die bereits 120 Euro Pflegegeld bzw. 225 Euro Sachleistungen im Monat beziehen und dadurch von den verbesserten Pflegeleistungen im Zuge des PNG profitieren. 

Mit diesen Zahlen rechnet der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS). Der MDS hat für 2013 folgendes gemacht: Es wurden die Zahlen aus den Begutachtungen im ersten Quartal diesen Jahres hochgerechnet und auf 12 Monate kumuliert. 

Weitere Zahlen des MDS belegen, dass die Aufträge für Pflegebegutachtungen binnen eines Jahres um 15% angestiegen sind. In absoluten Zahlen bedeutet das, dass knapp 380.000 Menschen Anträge auf Pflegestufen bzw. Erhöhungen gestellt haben. Davon wurden 96% der Antragstellenden binnen vier Wochen vom MDK begutachtet. Dieses Tempo dürfte der Tatsache geschuldet sein, dass das Pflege-Neuausrichtungsgesetz eine zügige Begutachtung vorsieht. 

Schaut man sich die Zahlen an, könnte sich für die ambulante Pflege ein erhebliches Akquisepotenzial darstellen. Bei rund 12.000 zugelassenen Pflegediensten in Deutschland entfallen pro Dienst so ca. 50 demente Menschen, bei denen Umsatzpotenzial drin ist.