100 Pflegekräfte aus Vietnam lernen jetzt in Deutschland

Zu DDR-Zeiten haben viele Vietnamesen im Arbeiter- und Bauernstaat gearbeitet. Aus dieser Zeit bestehen bei Vietnamesen oft noch hinreichende Sprach- und Landeskenntnisse. Und genau das führte jetzt dazu, dass ein neues Modellprojekt initiiert wurde. 

Die Anwerbung ausgerechnet vietnamesischer Kräfte für die Pflege ist auch aus einem anderen Grund sinnvoll. Die ältere Generation erfährt in Vietnam eine hohe Wertschätzung – was in unseren Gefilden ja leider nicht unbedingt der Fall ist. 

Deutsche und vietnamesische Regierungen haben gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) jetzt ein Projekt geschnürt. In diesem Rahmen sollen etwa 100 vietnamesische Pflegekräfte in Deutschland weitergebildet werden. 

Eckpunkte sind folgende:

  • Alle Projektteilnehmer absolvieren einen Sprachkurs in ihrer Heimat
  • In Deutschland erfolgt eine zweijährige Ausbildung
  • Bei erfolgreichem Abschluss dürfen die Teilnehmer weitere 3 Jahre in Deutschland bleiben
  • Dann fällt jeder die Entscheidung, ob er zurück in die Heimat möchte oder in Deutschland bleibt 

Allerdings sind nicht nur in Deutschland Pflegekräfte Mangelware. Auch in anderen europäischen Ländern besteht  dieser Mangel. Daher ist der Kampf um Pflegekräfte längst ein internationaler Wettbewerb geworden. Neben den Kollegen aus Vietnam werden jetzt auch etwa 2000 Fachkräfte aus Bosnien, Serbien, Tunesien und den Philippinen eingeflogen. 

Damit soll die Lücke geschlossen werden, die die einzelnen europäischen Länder trotz intensiver Ausbildungsoffensiven nicht bedienen können.