Setzen, Sechs!

Im September soll es endlich eine Änderung der Pflege-Transparenzvereinbarung stationär geben. Zurzeit verhandelt der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) mit den Trägerorganisationen der Pflegeheime über eine Reform der Pflegenoten. Der GKV fordert eine deutliche Verschärfung der Noten. Dies soll aus Sicht des Verbandes dazu führen, Qualitätsunterschiede in stationären Einrichtungen deutlicher herauszustellen. Künftig soll es sogar die Note 6 geben. 

Darüber hinaus sollen Kernkriterien eingeführt werden. Damit ist wieder die Frage nach der Gewichtung von Pflegenoten auf dem Tisch. Ferner soll die Ergebnisqualität in der Bewertung herausgestellt werden und entsprechend höher gewichtet werden. 

Damit negativ bewertete Kriterien, die sich unmittelbar auf den Gesundheitszustand und dem Wohlbefinden der Bewohner beziehen, sollen nicht mehr durch positive Bewertungen in anderen Bereichen ausgeglichen werden. Der viel zitierte Vergleich, dass ein 5 in der Kontrakturprophylaxe mit einer 1 des gut lesbaren Speiseplans ausgeglichen werden kann, soll endlich der Vergangenheit angehören. 

Neben den Kernkriterien, die sich deutlicher auf dem Gesundheits- und Pflegezustand beziehen, sollen Abwertungsregelungen eingeführt werden. Der Spitzenverband der GKV stellt sich das so vor:

  • 15 Kriterien gelten als Kernkriterien
  • für jedes nicht erfüllte Kernkriterium bei einem Bewohner Abwertung um 0,2 Notenstufen
  • Ein Pflegeheim kann bis zu 3 Notenstufen herabgestuft werden

Im Klartext heißt das: Wenn eine Pflegeeinrichtung schon die Kernkriterien nicht erfüllt, kann es bestenfalls nur noch eine 4,0 erzielen. 

Zudem möchte die GKV, dass die Stichprobenbildung bei der MDK-Prüfung – also die Bewohnerauswahl – verändert wird. Zwei Forderungen stehen dazu im Raum:

  • 9 Bewohner werden geprüft, egal wie groß die Einrichtung ist
  • Die Pflegestufenverteilung ist gleich, also je 3 Bewohner aus 3 Pflegestufen werden in die Prüfung einbezogen 

Zu guter Letzt sollen Kriterien gestrichen werden, die nur reine Dokumentationsfragen sind oder aber zu undifferenziert formuliert sind. 

Sollten diese Forderungen der GKV nicht durchsetzbar sein, so wird der Spitzenverband die Schiedsstelle anrufen.