Qualitätsfortschritte in der Pflege - Medizinischer Dienst veröffentlicht 3. Pflege-Qualitätsbericht

Glaubt man dem 3.Qualitätsbericht des Medizinische Dienst des GKV-Spitzenverbandes (MDS), hat sich die Qualität der Pflege in Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten hat verbessert. Laut diesem Bericht hat sich vor allem bei der Ernährung und Flüssigkeitsversorgung sowie im Umgang mit Menschen mit Demenz einiges getan. Aus Sicht des MDS gibt es hier Fortschritte im Vergleich zum Bericht aus dem Jahr 2007. Allerdings ist das nur die halbe Wahrheit: Bei anderen Pflegeproblemen – etwa bei der Dekubitusprophylaxe -  offenbaren sich jedoch noch Schwächen.
Der MDS hat zwar Verbesserungen festgestellt. Das heißt aber noch lange nicht, dass die Pflegequalität in ambulanten und stationären Einrichtungen nun bundesweit und flächendeckend gut ist. Laut Dr. Peter Pick, Geschäftsführer des MDS, sind die Verbesserungen vor allem auf die Prüfdichte des MDK zurückzuführen. Dennoch fordert er die ambulanten und stationären Einrichtungen auf, weiter in qualitätsgeleitete Arbeit zu investieren. Die Ergebnisse im Einzelnen: 

  • Qualität in der ambulanten Pflege

Qualitätsfortschritte gab es beispielsweise bei der Ernährung und der Inkontinenzversorgung. Laut Qualitätsbereicht aber gibt es bei der Versorgung von Menschen mit Demenz Optimierungsbedarf. 

  • Qualität in der stationären Pflege

Fortschritte im Vergleich zum Jahr 2007 gibt es bei der Ernährungs- und Flüssigkeitsversorgung sowie beim Umgang mit Menschen mit Demenz, Verbesserungsbedarf hingegen bei der Vermeidung von Druckgeschwüren und der Erfassung von Schmerzen. 

In der Praxis wird oft kritisiert, dass der MDK nur die Qualität der Dokumentation prüft. Und somit die Qualitätsberichte des MDS nur auf der Qualität der Pflegedokumentation fußen. Dieser Einwand ist nicht unberechtigt, betrachtet man vor allem die Transparenzkriterien, die zur Pflegenote im ambulanten und stationären Bereich führen. Aber Vorsicht: Es gibt doch einen nachweisbaren Zusammenhang zwischen guter Dokumentation und guter Pflegequalität beim Patienten / Bewohner. Dieser Nachweis wurde im 3.Qualitätsbericht des MDS geführt. Einfach gesprochen: Wenn die Pflegedokumentation als Informationsträger genutzt wird, hat auch der Pflegekunde etwas davon.