Kommt die Pflegekammer nun doch?

Seit geraumer Zeit wird darüber diskutiert, ob die Pflege eine eigene Kammer bekommt. Schließlich gibt es bereits Ärzte- und Apothekerkammern. Die Aufgaben einer eigenen Pflegekammer sind unter anderem beratende Tätigkeiten bei der Gesetzgebung, Steuerung der Ausbildung sowie Kooperationen mit nationalen und internationalen Institutionen. Das Bundesland Rheinland-Pfalz plant nun tatsächlich die Einführung einer solchen Pflegekammer. 

Die Hauptaufgabe der Pflegekammern soll ferner sein, zum Wohle der Allgemeinheit die Bürgerinnen und Bürger vor gesundheitlichen Nachteilen und Schäden durch unsachgemäße Pflege zu schützen. Laut Medienberichten plant Rheinland-Pfalz nun die Einrichtung einer Pflegekammer. Die dortige Sozialministerin Malu Dreyer hat die entsprechenden Weichen gestellt. In seltener Einigkeit unterstützen alle im Landtag vertretenen Parteien die Forderung der Pflegeverbände nach einer eigenen berufsständischen Vertretung. 

Zunächst aber will das rheinland-pfälzische Sozialministerium die Pflegekräfte zu dem Thema befragen. Sollte eine „eindeutige Mehrheit“ – was auch immer damit gemeint ist – zustande kommen, wird die Politik die entsprechenden Schritte einleiten. In Rheinland-Pfalz arbeiten derzeit etwa 37.500 Mitarbeiter in der Pflege. 

Die Einrichtung einer solchen Pflegekammer könnte bundesweite Signalwirkung haben: Auch die Bundesländer Bayern, Hessen und Niedersachsen planen bereits Ähnliches. Die Pflegekammer wäre, genau wie die Ärzte- und Apothekerkammer, eine Körperschaft öffentlichen Rechts und eine Mitgliedschaft für alle Beschäftigten in Pflegeberufen Pflicht.