Indikatoren für Ergebnisqualität in der stationären Pflege weiter in der Diskussion

„Je mehr, desto besser“ – nach diesem Motto hagelt es bei den MDK-Prüfungen Einsen, wenn die Dokumentationsmappen schön prall gefüllt sind. Langsam dämmert es aber sogar den Kassen, dass Papier noch lange kein brauchbarer Qualitätsindikator für Pflegeleistungen ist

Im September führten die Vertragsparteien nach § 113 SGB XI eine wissenschaftliche Tagung zum Thema „Indikatoren für Ergebnisqualität in der stationären Pflege“ durch. Es ging die Frage, wie zukünftig die Messung der Qualität der Leistungen von Pflegeheimen erfolgen soll. Besonders die Ergebnis- und Lebensqualität der Heimbewohner standen hier im Mittelpunkt. 

Ziel der Bemühungen ist es, die Ergebnis- und Lebensqualität für die Verbraucher verständlich darzustellen. Was in Deutschland bei der Kontrolle von vollgeschriebenen Papier und damit einhergehender Geldvernichtung Spitze ist, ist international die Darstellung der Ergebnisqualität. Im Gegensatz zum deutschen Bürokratiesystem werden in anderen Ländern sinnvolle Indikatoren der Ergebnisqualität wie Häufigkeit von Stürzen oder der Ernährungssituation der Bewohner in einem Pflegeheim - Rückschlüsse auf die Qualität der Pflege gezogen. 

Immerhin aber liegen in Deutschland bereits viel versprechende Forschungsergebnisse vor. Aufgrund dessen sollen Qualitätsindikatoren nun hinsichtlich ihrer Eignung geprüft werden.

Die Fachtagung der Leistungserbringer und Kostenträger in Essen diente zuallererst dem Erfahrungsaustausch. Einigkeit herrschte immerhin darüber, dass innovative Perspektiven für die Weiterentwicklung von Qualitätsberichten aufgezeigt werden sollen. Hieraus sollen dann Entscheidungen für 2013 über Schritte zur möglichen Einführung von Qualitätsindikatoren im Bereich der Ergebnis- und Lebensqualität getroffen werden. 

Zur Ehrenrettung muss gesagt sein, dass bereits bei der Unterzeichnung der bislang geltenden Transparenzvereinbarung Einigkeit darüber bestand, dass die Pflege-Transparenzvereinbarungen systematisch und unter wissenschaftlicher Begleitung ausgewertet werden sollen. Ferner bestand Einvernehmen darüber, neue wissenschaftliche Erkenntnisse für eventuelle Anpassungen zu nutzen. 

Dank des Abschlussberichtes eines vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) und Bundesseniorenministerium (BMFSFJ) geförderten Forschungsprojekts zu Qualitätsindikatoren in der Pflege liegen wissenschaftliche Ergebnisse vor, die während der Fachtagung mit den Teilnehmern auf ihre Umsetzbarkeit diskutiert werden sollen. 

Generell sollten vor allem die Kassen mal genauer in die Pflegeeinrichtungen schauen: Viele innovative Pflegedienstleitungen und Qualitätsbeauftragte haben bereits wirksame Systeme zur Messung von Ergebnisqualität eingeführt.