Durch die Umsetzung des PNG drohen erhebliche Mehrkosten

In wenigen Monaten tritt das Pflege-Neuausrichtungsgesetz in Kraft. Der an sich gute Aspekt, dass die Leistungen für Demenzkranke erhöht werden, ist unbestreitbar. Ärgerlich nur, dass unsere Politiker nicht rechnen können. Nach Berliner Arithmetik werden im nächsten Jahr nur etwa 330 Millionen Euro an Mehrausgaben fällig. Fakt ist aber, dass die Versicherten Anspruch auf Leistungen in Höhe von knapp einer Milliarde Euro haben. 

Bislang hat die gesetzlichen Pflegeversicherung 330 Millionen Euro in 2011 für die Versicherten aufgebracht, die Anspruch auf Leistungen nach § 45b haben. 

Zugegeben – die Summe der Pflegebedürftigen, die Anspruch auf Leistungen der zusätzlichen Betreuung haben, kann nur ungefähr berechnet werden, weil bislang keine Zahlen vorliegen. Das übrigens wird sich in 2013 ändern – da wird diese Personengruppe genau erfasst. 

Allerdings kann man sich der Anzahl der anspruchsberechtigten Pflegebedürftigen annähern – und zwar über die Pflegestufen. Etwa 35% der eingestuften Personen haben auch 45b-Leistungen beantragt. Bei diesen 35% ließ sich auch ermitteln, wer den Grundbetrag von 100 Euro und den erhöhten Betrag von 200 Euro erhalten hat. Und hier ergibt sich die Differenz: Rechnet man die Ansprüche der Versicherten aus diesen Zahlen zusammen, kommt man auf einen Wert von knapp einer Milliarde Euro. Wie oben erwähnt, kamen in 2011 aber nur 330 Millionen Euro zur Auszahlung

Im Gegensatz zu der bisherigen Praxis werden die anspruchsberechtigten Versicherten ab 2013 von ihren Pflegekassen informiert, dass sie erhöhte Geld- und Sachleistungen in Anspruch nehmen dürfen. Aus diesem Grund wird auch die Nutzung der weiterhin vorhandenen Leistungen aus 45b steigen. Wenn jeder der anspruchsberechtigten Personen diese Leistungen in Anspruch nimmt, entstehen Kosten von knapp einer Milliarde Euro – und so entsteht ein Loch von über 600 Millionen Euro.