Der MDK evaluiert sich bei seinen Prüfungen selbst

Vor kurzem ist der 3. Qualitätsbericht zur Qualität in der ambulanten und stationärem Pflege des MDS veröffentlicht worden. Neben den schon bekannten Verbesserungen in der Prozess -und Ergebnisqualität aber stellt der Bericht dar, wie der MDK sich bei seinen Prüfungen selbst evaluiert. Somit wird die Frage „wer prüft die Prüfer“ zum Teil beantwortet. 

Der MDK hat in der Vergangenheit viele Prüfer rekrutiert. Das damit der Fachkräftemangel verschärft wurde und das gesamte System pervertiert wird, soll hier aber nicht Thema sein. Vielmehr ist es interessant, dass der MDK sehr sorgfältig nach geeigneten Prüfern gesucht hat. Diese sollten Erfahrungen im QM vorweisen können sowie leitungs- oder fachbezogene Fortbildungen vorweisen können. Neben einer umfassenden Einarbeitung wurde nun auch systematisch evaluiert, wie die neuen Mitarbeiter die Prüfungen durchführen und ihre Berichte formulieren. 

So hat der MDK zum Beispiel eine begleitende Supervision durchgeführt. Dies geschieht stichprobenartig. Die hierfür verantwortlichen Prüfer werden zu TQM-Auditoren ausgebildet und in regelmäßigen Abständen rezertifiziert. 

Der MDK Nordrhein hat in Fortbildungen für seine Prüfer sogar differenziert beurteilte Sachverhalte identifiziert und geklärt. Dieses Vorgehen ist sehr positiv für die Einrichtungen – hat es doch nicht selten für ein und denselben Sachverhalt bei zwei Prüfern auch zwei Meinungen gegeben. Seit 2010 beteiligt sich der MDK-Nordrhein ferner an MDK-übergreifenden Auditierungen der Qualitätsprüfungen. Dabei schaut z.B. ein Kollege aus dem Bundesland A dem Prüfer aus dem Bundesland B über die Schulter. Diese Einsätze werden nach dem Zufallsprinzip ausgesucht und erfolgen stichprobenartig. Zu diesen Audits werden Berichte verfasst, die dezidiert Stellung dazu nehmen, ob die Prüfungen nach den Vorgaben des SGB XI durchgeführt werden. Ferner wird dargestellt, ob es zwischen Prüfer und Auditor Einigkeit über die geprüften Sachverhalte gibt oder nicht. 

Unbestritten feiert sich der MDK selbst damit, dass es eine angebliche 100%ige Übereinstimmung zwischen Auditor und Prüfer gibt. Kritiker können auch zu Recht anmerken, dass sich der gleiche Verein selbst prüft. Aus Sicht der Redaktion aber geht der MDK hier immerhin den richtigen Weg und hinterfragt seine Prüfungen. Dies dürfte mittelfristig auch zu einer höheren Akzeptanz der Prüfungen bei den Einrichtungen führen.