Arbeitsagentur kritisiert Länder wegen Fachkräftemangels in der Pflege

Der Fachkräftemangel und der Kampf um die besten Köpfe ist seit geraumer Zeit das vorherrschende Thema in der Pflegelandschaft. Die verschiedenen Akteure in der Branche schieben sich gegenseitig den schwarzen Peter zu. Jetzt greift auch noch die Arbeitsagentur in die Diskussion ein: Ein Vorstandsmitglied wirft den Bundesländern vor, seit Jahren nichts gegen den Fachkräftemangel zu unternehmen. 

Das Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, Raimund Becker, wirft im Namen der Arbeitsagentur den Bundesländern Untätigkeit im Kampf gegen den Fachkräftemangel in der Pflege vor. Weiter warnt er als Konsequenz aus dem Mangel an Pflegekräften vor Engpässen in der Versorgung. Aus seiner Sicht sind die Länder Schuld. Er verstehe nicht, dass sich die Länder, die doch ein Interesse an qualifizierten Fachkräften haben müssten, keine nennenswerten Initiativen zeigen, diesen Mangel zu beheben. Im Einzelnen geht es Becker um Folgendes: 

  • Finanzierung des dritten Förderjahres für arbeitslose Umschüler
  • Verkürzung der Ausbildung
  • Öffnung der Pflegeschulen für arbeitslose Umschüler 

Laut Zahlen der Arbeitsagentur dauert es zur Zeit im Bundesdurchschnitt 115 Tage, um eine offene Fachkraftstelle entsprechend zu besetzen. Dies liegt derzeit bei 40 % über dem Durchschnitt für alle Berufe. Es ist davon auszugehen, dass sich die Lage aufgrund des demografischen Wandels noch mehr verschärfen werde und die Versorgungslücke aufgrund fehlender Fachkräfte sich weiter vergrößern wird. 

Aus Sicht der Redaktion ist das alles nichts Neues, was die Arbeitsagentur äußert. Neu ist allerdings, dass sich die Behörde in die Diskussion einschaltet. Ändern aber wird sich solange nichts, bis es eine breite Mehrheit in der Bevölkerung gibt, die akzeptiert, dass gute Pflege auch gutes Geld kostet. Erst dann wird es eine politische Willensbildung geben, den Status Quo zu verändern.